Biokraftstoffe Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Rahmenbedingungen

EU-Ziel 2020

Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie (2009/28/EG) definiert verbindliche Ziele für Biokraftstoffe und regelt Anforderungen an deren Nachhaltigkeit.

  • 10 % Anteil erneuerbare Energien am Endenergieverbrauch im Verkehr

Die Kraftstoffqualitäts-Richtlinie (98/70/EG) definiert verbindliche Ziele zur THG-Einsparung pro Kraftstoff und Nachhaltigkeitskriterien.

  • 6 % THG-Einsparung in Verkehr gebrachter Kraftstoffe

Deutschland-Ziel 2020

6 % THG-Einsparung im Verkehr gegenüber Referenzwert im Jahr 2020 durch in Verkehr gebrachte Biokraftstoffe und andere Erfüllungsoptionen (§ 37a BImSchG, 38. BImSchV).

Treibhausgasemissionsminderung gegenüber dem Referenzwert* (§ 37 BImSchG)

ab dem JahrProzent

ab 2017

4

ab 2020

6

*Der Referenzwert, gegenüber dem die Treibhausgasminderung zu erfolgen hat, berechnet sich durch Multiplikation des Basiswertes mit der vom Verpflichteten in Verkehr gebrachten energetischen Menge fossilen Otto- und fossilen Dieselkraftstoffs zuzüglich der vom Verpflichteten in Verkehr gebrachten energetischen Menge Biokraftstoffs. Der Basiswert beträgt 91,4 Kilogramm Kohlenstoffdioxid-Äquivalent pro Gigajoule

Die Biokraftstoffförderung ist damit im Laufe der Jahre von einer zunächst steuerrechtlichen auf eine nunmehr ordnungsrechtliche Förderung umgestellt worden.

Ziel ist, den künftigen Umgang und die Berichtspflichten zu indirekten Landnutzungsänderungen festzuschreiben und darüber hinaus eine Nutzung von Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse zu begrenzen. Fortschrittliche Biokraftstoffoptionen sollen verstärkt in den Markt eingeführt werden. Zudem soll der Anteil von erneuerbarem Strom im Schienen- und Straßenverkehr ausgebaut und entsprechend Berücksichtigung finden.
Für die Anrechnung auf das EU-Ziel für das Jahr 2020, einen Anteil von 10% erneuerbare Energien im Verkehrssektor einzusetzen, stehen den Mitgliedsstaaten folgende Optionen zur Verfügung:

  • Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse (Biokraftstoffe aus Getreide, Stärke oder Ölpflanzen): maximal 7 Prozent
  • Mindestanteil „fortschrittliche Biokraftstoffoptionen“: 0,5 % (nicht bindendes Ziel)
  • Elektromobilität:
    • Im Schienenverkehr:   2,5-fache Anrechnung
    • Im Straßenverkehr:     5-fache Anrechnung

Für die Energiewende im Verkehrssektor ist ein deutlich steigenden Anteil alternativer und innovativer Antriebe und Kraftstoffe erforderlich. Das Energiekonzept der Bundesregierung baut einerseits auf eine zügige Markteinführung und Verbreitung von Elektrofahrzeugen (Batteriefahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge) sowie andererseits auch auf alternative, fortschrittliche erneuerbare Kraftstoffe.

Kraftstoffkennzeichnung und -normung 

Die Beschaffenheit als auch die Auszeichnung der Kraftstoff-Qualitäten an Tankstellen wird in der Zehnten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (10. BImSchV) vom 8. Dezember 2010 geregelt (BGBl. I S 1849, zuletzt geändert durch Verordnung vom 1. Dezember 2014 BGBl. I S. 1890). Gemäß 10. BImSchV dürfen ausschließlich den deutschen bzw. europäischen Kraftstoff-Normen entsprechende Kraftstoffe in Verkehr gebracht werden.

 

KraftstoffNormErläuterung

Dieselkraftstoff
(B 7)

DIN EN 590

Dieselkraftstoffe mit bis zu 7 % (V/V) Biodiesel
(Stand: 10/2017)

Biodiesel
(B 100)

DIN EN 14214

Fettsäure-Methylester (FAME) für Dieselmotoren
(Stand: 05/2019)

Rapsölkraftstoff

DIN 51605

Rapsölkraftstoff für pflanzenöltaugliche Motoren
(Stand: 01/2016)

Pflanzenölkraftstoff

DIN 51623

Kraftstoffe für pflanzenöltaugliche Motoren „Pflanzenölkraftstoff“ Anforderungen und Prüfverfahren
(Stand: 12/2015)

Ottokraftstoff
(E 5)

DIN EN 228

Unverbleite Ottokraftstoffe mit bis zu 5 % (V/V) Ethanol bzw. 15 % (V/V) ETBE
(Stand: 08/2017)

Ottokraftstoff
(E 10)

DIN EN 228

Ottokraftstoff E 10 – mit bis zu 10 % (V/V) Ethanol
(Stand: 08/2017)

Ethanol

DIN EN 15376

Ethanol als Blendkomponente in Ottokraftstoff
(Stand: 12/2014)

Ethanol
(E 85)

DIN 51625

– mind. 75 % bis max. 86 % (V/V) Ethanol – Klasse A (Sommer)
– mind. 70 % bis max. 80 % (V/V) Ethanol – Klasse B (Winter)
(Stand: 08/2008)

Erdgas &
Biomethan

DIN EN 16723-2

Biomethan muss die Norm für Erdgas als Kraftstoff erfüllen – eine Mischung Biomethan-Erdgas ist in jedem Verhältnis möglich
(Stand: 10/2017)

Quelle: FNR (Juli 2019)

    Steuerentlastungen für reine Biokraftstoffe werden derzeit noch für deren Einsatz im Bereich der Land- und Forstwirtschaft gewährt (sogenannte Agrardieselrückvergütung, die auch für fossilen Dieselkraftstoff gewährt wird).

    Steuerentlastung für den Einsatz von Kraftstoffen in Betrieben der Land- und Forstwirtschaft

    Kraftstoff (Energieerzeugnis)Steuerentlastung

    Diesel

    21,48 Cent/l

    Pflanzenöl

    45,03 Cent/l

    Biodiesel

    45,00 Cent/l

     

    Links:

    Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
    European Technology and Innovation Platform Bioenergy – Support of Renewable Fuels and Advanced Bioenergy Stakeholders 2
    ADVANCEFUEL: Unterstützung der Markteinführung fortschrittlicher flüssiger Biokraftstoffe und anderer flüssiger erneuerbarer Kraftstoffe im Verkehrssektor bis 2030 und darüber
    IEA - Technology Collaboration Programme Advanced Motor Fuels
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