Biokraftstoffe Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Aktuelle Marktsituation

Kraftstoffabsatz in Deutschland

In 2018 wurden Deutschland 56 Mio. Tonnen Kraftstoff verbraucht. Neben Dieselkraftstoff mit über 63 % und Ottokraftstoff mit mehr als 30 % lag der Anteil biogener Kraftstoffe bei 5 % - bezogen auf den Energiegehalt. Unter 2 % lag der Absatz an Erdgas und Flüssiggas als Kraftstoff.

Biodiesel bleibt mit ca. 2 Mio. Tonnen der wichtigste Biokraftstoff in Deutschland. Er wird vor allem über die Beimischung zu normalem Diesel B7 genutzt.

Pflanzenölkraftstoff fand ausschließlich als Reinkraftstoff in angepassten Motoren in der Land- und Forstwirtschaft Verwendung.

Bioethanol wird über die Beimischung zu Ottokraftstoff vertrieben. Der Bioethanolabsatz in Deutschland lag in 2018 bei ca. 1,2 Mio. t.

Kraftstoffverbrauch in Deutschland
Kraftstoffabsatz in Deutschland mit 56 Mio. Tonnen weiter auf hohem Niveau. Etwa 5% (3,5 Mio.t) davon entfallen auf Biokraftstoffe.
Entwicklung Biokraftstoffabsatz in Deutschland

Neben der Schonung fossiler Ressourcen spielt der ökologische Aspekt auch hier eine wichtige Rolle: Biotreibstoffe können einen erheblichen Beitrag dazu leisten, dass die vorgegebenen Ziele der CO2-Einsparung erreicht werden können. Im Jahr 2018 wurden durch die Nutzung von Biokraftstoffen  7,7 Mio. t CO2 -äq. eingespart.

Weitere Informationen zu Biokraftstoffen:

Einsparung Treibhausgas-Emissionen
THG-Einsparung im Verkehr durch Biokraftstoffe beträgt 7,7 Mio.t (CO2 äquivalent).

Neben den heute verfügbaren flüssigen Biokraftstoffe kann Biomethan als gasförmige Alternative Erdgas als Kraftstoff ersetzen. Dafür wird das Biogas aus Energiepflanzen und landwirtschaftlichen Reststoffen auf Erdgasqualität aufbereitet. In dieser Form kann es an Tankstellen über das bestehende Erdgasnetz verfügbar gemacht werden. 

Besondere Erwartungen werden an Kraftstoffoptionen gesetzt, die die Biomasse noch effizienter nutzen oder auf Reststoffe als Rohstoffalternative zurückgreifen. Vor allem Ethanol aus Lignozellulose und synthetische Biokraftstoffe, auch BtL-Kraftstoffe (Biomass-to-Liquid) genannt, könnten dazu erheblich beitragen. Hoffnungen verbinden sich mit dem bioliq-Konzept – einem Verfahren, mit dem synthetische Biokraftstoffe für Diesel- und Benzinmotoren erzeugt werden. Ihr Einsatz in Pkw, Lkw und Schiffsmotoren bis hin zu Flugzeugtriebwerken ist denkbar, sie verbrennen sehr sauber und verbinden das Potenzial hoher Flächenerträge mit einer breit einsetzbaren Rohstoffpalette inklusive organischer Reststoffe. Gelingt es, diese Potenziale in der Praxis zu erschließen, können BtL-Kraftstoffe wesentliche Beiträge zur künftigen Energieversorgung leisten. Sie sind damit auch eine wichtige Alternatve zu den so genannten Power-to-Liquid-Kraftstoffen.

Erneuerbare Energien im Verkehr
Mit 88 % leisten Biokraftstoffe heute den überwiegen Beitrag zur erneuerbaren Mobilität. Erneuerbare Strom im Verkehr (12%) wird vor allem durch die Bahn genutzt. Elektromobilität im Straßenverkehr spielt noch eine untergeordnete Rolle.

Biokraftstoffe und Nachhaltigkeit

Allen in Deutschland, aber auch der EU abgesetzten Biokraftstoffen ist gemein, dass sie seit 2011 besondere Anforderungen im Bezug auf ihre nachhaltige Erzeugung erfüllen müssen. Über die Nachhaltigkeitsverordnung (BioKraft-NachV) sind Kriterien definiert, die sicherstellen, dass beim Biomasseanbau weltweit keine wertvollen Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere – wie Moore oder Regenwälder – verloren gehen. Biokraftstoffe müssen gegenüber fossilen Kraftstoffen mindestens 50 Prozent Treibhausgase einsparen. Diese Einsparung umfasst die gesamte Wertschöpfungskette – eine positive Umweltwirkung ist somit gesetzlich vorgeschrieben. Für Neuanlagen, die nach dem 5. Oktober 2015 den Betrieb aufnahmen, gilt eine THG-Einsparung von 60%. 

Treibhausgas-Einsparung von Biokraftstoffen
In Deutschland abgesetzte Biokraftstoffe vermeiden deutlich mehr Treibhausgase gegenüber fossilen Kraftstoffen als gesetzlich vorgeschrieben - im Durchschnitt über 80 Prozent.
Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
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