Biokraftstoffe Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Treibhausgasemissionen

Treibhausgas-Emissionen von Biokraftstoffen

Mit Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes im Oktober 2014 wurden vor allem ein Anpassung der Treibhausgasquoten ab 2015 vorgenommen. Ziel ist, Biokraftstoffe mit dem höchsten THG-Vermeidungspotenzial zu fördern und verstärkt in den Markt zu bringen. Durch die Nutzung von Biokraftstoffen sollen die THG-Emissionen im Verkehrssektor in drei Stufen bis 2020 um 6% reduziert werden.

  • 3,5 Prozent 2015 und 2016
  • 4 Prozent ab 2017
  • 6 Prozent ab 2020

Mit der Einführung der Biokraftstoffquote im Jahr 2007 war die Mineralölwirtschaft verpflichtet, einen Mindestanteil an Biokraftstoffen in Verkehr zu bringen. Bis Ende dieses Jahres orientiert sich diese Quote in Höhe von 6,25% am Energiegehalt der in Verkehr gebrachten Kraftstoffe. Bereits 2009 hat der Bundestag beschlossen, diese Quote ab dem Jahr 2015 umzustellen und die vermiedenen Treibhausgase (THG) der Biokraftstoffe als entscheidendes Kriterium zu definieren und so den Einsatz von Biokraftstoffen mit dem höchsten THG-Vermeidungspotenzial zu fördern.

Zuständig für die Berechnung und Überwachung der Treibhausgasquote für Biokraftstoffe in Deutschland ist die Biokraftstoffquotenstelle beim Hauptzollamt Frankfurt (Oder) mit Dienstsitz in Cottbus. Auf den Internetseiten des Hauptzollamtes sind Informationen zur Erfüllung, Übertragung und Berechnung der Quotenberechnung verfügbar.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) fördert über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) Forschungsprojekte zur Treibhausvermeidung durch den Einsatz von Biokraftstoffen. Das Spektrum reicht dabei von Optimierungen im Biomasseanbau bis zur Erfassung des Optimierungspotenzials bei der Biokraftstoffherstellung. Im Rahmen der BMEL-Fachtagung „Treibhausgasbilanzen von Biokraftstoffen – Bestandsaufnahme und Optimierungsansätze“ wurden Methoden zur Treibhausgasbilanzierung von Biokraftstoffen sowie einige dieser Projekte vorgestellt.

Weitere Links:

Standardwerte für die Treibhausgaseinsparung von Biokraftstoffen

In 2009 hat die EU mit der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie (2009/28/EG) neben den Ausbauzielen für erneuerbare Energien erstmals Nachhaltigkeitskriterien für flüssige Biomasse festgelegt. Diese Anforderungen für die nachhaltige Produktion von flüssiger Biomasse und Biokraftstoffen hat Deutschland über die Biokraftstoff- und Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung umgesetzt.

Den Nachweis der nachhaltigen Biomasseerzeugung müssen die diejenigen erbringen, die den Kraftstoff in Verkehr bringen. Die Nachhaltigkeits-Nachweise sollen durch Zertifizierungsstellen für die jeweiligen Glieder (sog. Schnittstellen) der Anbau- und Lieferketten verschiedener Biomassen nach entsprechender Kontrolle erstellt werden. Die zuständigen Zertifizierungsstellen werden in Deutschland von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) anerkannt und kontrolliert

Seit 2011 greifen diese Verordnungen, so dass Biokraftstoffe heute bereits 35 % der Treibhausgase (THG) gegenüber fossilen Kraftstoffen einsparen müssen. Ab 2018 steigen die Anforderungen auf 50 %. Anlagen, die nach dem 5. Oktober 2015 den Betrieb aufgenommen haben, müssen die THG-Emissionen um 60% reduzieren. Die Richtlinie gibt konservative Standardwerte für die THG-Emissionen verschiedener Biokraftstoffe, aufgeteilt nach Anbau, Transport und Verarbeitung, vor.

Standardwerte für Treibhausgasemissionen von Biokraftstoffen
Standardwerte für Treibhausgasemissionen von Biokraftstoffen

Tagung „Treibhausgasbilanzen von Biokraftstoffen – Bestandsaufnahme und Optimierungsansätze“

Am 01. Januar 2015 stellt Deutschland als bisher einziger Mitgliedsstaat der Europäischen Union die Biokraftstoffquotenverpflichtung auf die so genannte Treibhausgasquote um. Diese Regelung rückt die Treibhausgasvermeidung von Biokraftstoffen noch stärker in den Fokus und kann den Biokraftstoffmarkt erheblich beeinflussen.

Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) am 01. Oktober 2014 die Veranstaltung „Treibhausgasbilanzen von Biokraftstoffen – Bestandsaufnahme und Optimierungsansätze“ in Berlin durchgeführt.

Die Veranstaltung hat vor dem Hintergrund der gegenwärtigen ordnungspolitischen Entwicklungen über methodische Ansätze und die praktische Anwendung der Treibhausgasbilanzierung von Biokraftstoffen informiert. Neben Ergebnissen aus wissenschaftlichen Untersuchungen runden Erfahrungen aus der Praxis vorgestellt.

Unter dem Link http://veranstaltungen.fnr.de/thg-biokraftstoffe-2014/ stehen die Veranstaltungsbeiträge zur Verfügung.

„Treibhausgasbilanzen von Biokraftstoffen"
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