Biokraftstoffe Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Kraftstoffe

Kraftstoffabsatz in Deutschland 2015

In 2015 wurden Deutschland 56 Mio. Tonnen Kraftstoff verbraucht. Neben Dieselkraftstoff mit über 61% und Ottokraftstoff mit mehr als 32% lag der Anteil biogener Kraftstoffe bei 3,4 Mio. t bzw. 4,8 % - bezogen auf den Energiegehalt. Unter 2 % lag der Absatz an Erdgas und Flüssiggas als Kraftstoff.

Biodiesel bleibt mit 1,8 Mio. Tonnen der wichtigste Biokraftstoff in Deutschland. Er wird vor allem über die Beimischung zu normalem Diesel B7 genutzt.

Pflanzenölkraftstoff fand ausschließlich als Reinkraftstoff in angepassten Motoren Verwendung.

Bioethanol wird nahezu vollständig über die Beimischung zu Ottokraftstoff vertrieben. Der Bioethanolabsatz in Deutschland lag in 2015 bei 1,2 Mio. t.

Neben der Schonung fossiler Ressourcen spielt der ökologische Aspekt auch hier eine wichtige Rolle: Biotreibstoffe können einen erheblichen Beitrag dazu leisten, dass die vorgegebenen Ziele der CO2-Einsparung erreicht werden können. Im Jahr 2015 wurden durch die Nutzung von Biokraftstoffen ca. 5 Mio. t CO2 -äq. eingespart.

Weitere Informationen zu Biokraftstoffen:

 

 

Kraftstoffverbrauch in Deutschland 2014
Kraftstoffverbrauch in Deutschland 2014
THG-Vermeidung durch die Nutzung erneuerbarer Energien in 2014
THG-Vermeidung durch die Nutzung erneuerbarer Energien in 2014

Biokraftstoffe in Deutschland

Den größten Marktanteil der in Deutschland verbrauchten Biokraftstoffe macht der meist aus Rapsöl hergestellte Biodiesel aus. Im Dieselkraftstoff „B 7“ ist er mit einem Anteil bis zu sieben Prozent enthalten. Neben der Beimischung wird Biodiesel derzeit nur noch in geringen Mengen in Nutzfahrzeugflotten oder der Land- und Forstwirtschaft als Reinkraftstoff (B100) verwendet.

Ein weiterer Rein-Biokraftstoff ist Rapsölkraftstoff. In umgerüsteten Motoren ist dieser Kraftstoff vor allem in der Land- und Forstwirtschaft eine oft regional erzeugte, umweltfreundliche Kraftstoffalternative. 

In dem seit 2011 erhältlichen Super-Benzin „E 10“  sind bis zu zehn Prozent Bioethanol enthalten. Ethanol, das in Deutschland vor allem aus Getreide oder Zuckerrüben erzeugt wird, ist darüber hinaus Hauptkomponente des Kraftstoffs E85, einem Gemisch aus 85 % Ethanol und 15 % Ottokraftstoff. Dieser Kraftstoff kann in sogenannten Flexible Fuel Vehicles (FFV) verwendet werden.

Neben den heute verfügbaren flüssigen Biokraftstoffe kann Biomethan als gasförmige Alternative Erdgas als Kraftstoff ersetzen. Dafür wird das Biogas aus Energiepflanzen und landwirtschaftlichen Reststoffen auf Erdgasqualität aufbereitet. In dieser Form kann es an Tankstellen über das bestehende Erdgasnetz verfügbar gemacht werden. 

Besondere Erwartungen werden an Kraftstoffoptionen gesetzt, die die Biomasse noch effizienter nutzen oder auf Reststoffe als Rohstoffalternative zurückgreifen. Vor allem Ethanol aus Lignozellulose und synthetische Biokraftstoffe, auch BtL-Kraftstoffe (Biomass-to-Liquid) genannt, könnten dazu erheblich beitragen. So setzt die Bundesregierung große Hoffnungen auf das bioliq-Konzept – ein Verfahren, mit dem synthetische Biokraftstoffe für Diesel- und Benzinmotoren erzeugt werden. Ihr Einsatz in Pkw, Lkw und Schiffsmotoren bis hin zum Flugzeugtriebwerk ist denkbar, sie verbrennen sehr sauber und verbinden das Potenzial hoher Flächenerträge mit einer breit einsetzbaren Rohstoffpalette inklusive organischer Reststoffe. Gelingt es, diese Potenziale in der Praxis zu erschließen, können BtL-Kraftstoffe wesentliche Beiträge zur künftigen Energieversorgung leisten.

Entwicklung Biokraftstoffe in Deutschland
Entwicklung Biokraftstoffe in Deutschland
Biokraftstoffverbrauch in Deutschland 2013
Biokraftstoffverbrauch in Deutschland 2013

Biokraftstoffe und Nachhaltigkeit

Allen in Deutschland, aber auch der EU abgesetzten Biokraftstoffen ist gemein, dass sie seit 2011 besondere Anforderungen im Bezug auf ihre nachhaltige Erzeugung erfüllen müssen. Über die Nachhaltigkeitsverordnung (BioKraft-NachV) sind Kriterien definiert, die sicherstellen, dass beim Biomasseanbau weltweit keine wertvollen Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere – wie Moore oder Regenwälder – verloren gehen. Zudem müssen Biokraftstoffe über die gesamte Wertschöpfungskette ab 2011 mindestens 35 Prozent Treibhausgase  gegenüber fossilen Kraftstoffen einsparen – eine positive Umweltwirkung ist somit gesetzlich vorgeschrieben. Diese Vorgaben erhöhen sich ab 2017 auf 50%. Neuanlagen, die ab 2016 in Betrieb gegangen müssen ab dem Jahr 2018 sogar eine THG-Einsparung von 60% erreichen.